Timescope: Auf Zeitreise in Paris mit Virtual Reality

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Zeitreisen? Ach, das ist doch nur etwas für Science-Fiction- und Fantasy-Fans. Stimmt nicht (mehr)! Auch wenn echte Zeitreisen wohl für immer Utopie bleiben werden. Mit den Timescope-Automaten und Virtual Reality (VR) gehen sie einen großen Schritt in Richtung Realität. Und das nicht nur für Nerds. Worum es bei Timescope genau geht, erfährst du in diesem Artikel.

Timescope, bring mich ins Paris des Jahres 1628

Timescope Paris
VR-Blick auf den Bastille-Platz. In welches Jahr dieser Mann wohl gereist ist? Quelle: Timescope

Die Idee hinter Timescope ist einfach, aber genial. Viele verbinden Geschichte mit verstaubten Büchern. Dass man Geschichte an echten Schauplätzen, wie der Bastille in Paris, tatsächlich zum Leben erwecken kann, beweist jetzt das französische Unternehmen Timescope.

Dafür hat Timescope an verschiedenen Schauplätzen in Paris VR-Automaten aufgestellt, die man optisch mit Teleskop-Stationen auf Ausblickpunkten oder Wanderwegen vergleichen kann. Die zeigen dir den gleichen Spot, aber zu einer anderen Zeit. Erstaunlich, welche Fortschritte in der Entwicklung von VR-Technologien hier spürbar werden – Du gehst auf Zeitreise in lang vergessene Welten.

So siehst du mit Timescope in Paris zum Beispiel die Bastille, die Galeries Lafayette, den Place de Grève (ab 1803 Place de l’Hôtel-de-Ville genannt) oder das Laennec Krankenhaus. Geradezu berauschend wie du im Hier und Jetzt plötzlich dank VR in die Vergangenheit eintauchen kannst. Damit gewinnt auch das obligatorische Sightseeing zusätzlich an Reiz.

Quelle: YouTube/ Timescope

Blick in die Vergangenheit oder sogar in die Zukunft: So funktioniert Timescope

Mit den Timescope-Teleskopen bekommst du einen 360-Grad-Blick des jeweiligen Ortes. Du wählst den Inhalt auf dem Touchscreen (z.B. bestimmtes Jahr), schaust in das VR-Gerät und wirst in eine andere Zeit gebracht. Am Beispiel des Automaten an der Pont d’Arcole Brücke kannst du ein 360-Grad-Panorama von Paris im Jahr 1628 entlang der Seine bestaunen. Die Brücke verbindet die Ile de la Cité mit dem historischen Stadtteil Marais. Viele Historiker haben dabei mitgewirkt, um die Videos so realitätsnah wie möglich zu gestalten.

Timescope
Schau mithilfe einer VR-Brille in die Vergangenheit von Paris. Quelle: Timescope

Am Stadtbild verändert sich durch die Automaten außerdem kaum etwas. Schließlich findest du bereits jetzt bei vielen Sehenswürdigkeiten die altbekannten Teleskope, mit denen du für einen Euro in die Ferne schauen kannst. Nur wenn du in eines der modernen Teleskope von Timescope blickst, siehst du die Vergangenheit. Und sogar in die Zukunft. Die Haltestelle Grand Paris Express, die bis 2030 fertiggestellt werden soll, kann durch Timescope bereits jetzt von den Fahrgästen angeschaut werden.

Es fühlt sich insgesamt etwas wie ein technologisches Pendant zu den Asisi Panoramen an. Nur dass die Timescope-Automaten weniger Platz benötigen und praktisch überall aufgestellt werden können. Die Kosten für die Benutzung eines Timescope-Automaten betragen aktuell zwei Euro. Eine eigene VR-Brille brauchst du natürlich nicht.

Quelle: YouTube/ VRFocus

Timescope VR nur in Paris?

Im Moment sind bereits über 15 Timescope-Automaten in Frankreich aktiv. Tendenz steigend. Neben Paris findest du Timescope bereits am Flughafen in Lyon oder in Toulouse. Auf jeden Fall scheint das VR-Erlebnis sehr gut bei Besuchern und Einheimischen anzukommen. Egal ob alt oder jung.

Wegen des großen Interesses an Timescope sollen dieses Jahr auch die ersten Zeitreise-Automaten außerhalb Frankreichs aufgestellt werden. Wo genau, das hat der Gründer noch nicht verraten. Bis du die Timescope-Automaten in deutschen Städten findest, musst du dich wohl noch etwas gedulden.

Es gibt aber ein ähnliches VR-Projekt in Deutschland. Mit TimeRide kannst du eine Zeitreise mit der Straßenbahn durch die Kölner Altstadt via VR-Brille erleben. Für alle VR-Fans ein absolutes Muss! Also pack dir deine Liebsten und mach dich auf nach Paris oder Köln – für ein richtig cooles Erlebnis. Viel Spaß dabei!

Autor: Sebastian Würfel