Tagarchive: Corporate Responsibility

Siegerehrung der Digital Imagination Challenge

In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder von der Digital Imagination Challenge berichtet, ein Projekt gemeinsam mit den Partnern Sozialhelden e.V. und dem Impact Hub Berlin.

Die Digital Imagination Challenge ist ein Ideenwettbewerb dafür, wie man es Menschen mit Behinderung ermöglichen kann, an der digitalen Welt teil zu haben. Stell dir einmal vor, du bist gehörlos und surfst im Internet: Überall Videos mit Sounds, Wortbeiträgen, Musik, Erklärungen… aber du kannst nichts davon hören. Oder stell dir vor, du könntest nicht gut oder gar nicht sehen: Wie navigierst du dann durchs Netz? Wer erklärt dir, was andere einfach sehen können?

Auf genau diese und andere Barrieren möchte die Digital Imagination Challenge aufmerksam machen und dazu aufrufen, Lösungen zu finden, mit denen Menschen mit Behinderung chatten, twittern, surfen, kommunizieren, netflixen, shoppen, lernen – kurz: die digitalen Medien nutzen können. (Sehr schön erklärt den Begriff Inklusion übrigens das Team von LAYA in diesem Video.)

Gesagt, getan: Im letzten Jahr ging die erste Digital Imagination an den Start. Ein bisschen kann man sich das Prinzip der Challenge wie die Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ vorstellen – nur mit viel netteren Löwen 🙂 und mit Ideen, die tatsächlich einen sozialen Wert haben.

Unsere Löwen – also die Jury – bestand aus dem Internetunternehmer und Investor Thomas Bachem (von der Code University), Verena Bentele (der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung), Jun. Prof. Dr. Ingo

Bosse (Experte für Medien und Inklusion an der TU Dortmund), Joana Breidenbach (Sozialunternehmerin und Gründerin von

betterplace), der gehörlosen Schauspielerin und Tänzerin Kassandra Wedel (bekannt aus „Deutschland tanzt“), Christine Pargmann (Evaluatorin für Barrierefreiheit), Raul Krauthausen (Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit) sowie Lutz Schüler (CEO – Unitymedia).

“GazeTheWeb” freuen sich über den dritten Platz

Mitte Dezember hatten wir bereits eine ganze Reihe von Einreichungen – aus denen dann fünf Finalisten ausgewählt wurden, die in einem intensiven Bootcamp und der anschließenden Coaching-Phase durch Impact Hub auf den großen Tag, den „Final Pitch Day“ vorbereitet wurden.

Der Final Pitch, übrigens Deutschlands erstes inklusives Pitch-Event, fand am 15. Februar 2018 in Berlin statt. Neben den Finalisten-Teams und ihren Anhängern, der Jury und den Veranstaltern waren auch Christian Hindennach (CCO – Unitymedia) sowie Kollegen von Liberty Global anwesend. Die Veranstaltung in der Factory Berlin-Mitte startete mit einer spannenden Paneldiskussion, die noch einmal in den Vordergrund rückte, warum es so wichtig ist, Inklusion zum Thema zu machen:

Während es beispielsweise in den USA das Recht auf Barrierefreiheit gibt und dies von Unternehmen bei der Entwicklung berücksichtigt werde, sei Deutschland beim Thema Inklusion noch hinten dran, so Joana Breidenbach. Auch Tom Bachem bestätigte: „In der deutschen Startup-Szene spielt bei der Entwicklung von Produkten Barrierefreiheit noch keine große Rolle. Da müssen wir mehr Verantwortung übernehmen.” Dann kam der große Augenblick für die fünf Finalisten-Teams. Nacheinander präsentierten sie in jeweils 5 -minütigen Pitch-Vorträgen ihre Projekte und begeisterten damit das Publikum. Natürlich – wie es sich für eine inklusive Veranstaltung gehört – begleitet von Gebärdendolmetschern und Audiodeskription. Ein Team hat auch ihr Projekt in Gebärdensprache präsentiert – eine neue und faszinierende Erfahrung für alle Anwesenden.

Nach den Präsentationen durften sich die begeisterten Gäste und die Teilnehmer bei Häppchen und Gelegenheit zum Austausch stärkenwährend die Jury sich zur Beratung zurückzog. Schließich stand das mit Spannung erwartete Ergebnis fest:

Auf Platz eins der DIC landete das Projekt „Frazier“ von Video to Voice aus Berlin, eine Audiodeskriptionssoftware mit Text-to-Speech-Technologie – für den barrierefreien Zugang zu Bewegtbildformaten.

Platz zwei belegte „BACC“ von Freunde der DZB e.V. aus Leipzig, ein Prüfwerkzeug zum automatisierten Testen der Barrierefreiheit von E-Books bzw. E-Publikationen für Verlage.

Der dritte Platz ging an „GazeTheWeb“ vom Institute for Web Science & Technologies der Universität Koblenz-Landau: Ein Webbrowser, der Menschen mit motorischen Einschränkungen die Steuerung mit den Welt ermöglicht!

Zusammenfassend können wir nur sagen, dass es eine großartige Veranstaltung war. Es war einfach super, das Thema Inklusion und Barrierefreiheit vielen Menschen näher zu bringen, die sich vielleicht noch nicht so viel damit beschäftigt haben.

„Die Gewinner der Digital Imagination Challenge haben spannende und kreative Wege aufgezeigt, wie sich diese Barrieren umgehen oder gar vermeiden lassen.

Als Telekommunikations- und Medienunternehmen, das die Digitalisierung vorantreibt, sehen wir das als Teil unserer Verantwortung und sind dankbar für die tollen Beiträge. Glückwunsch und einen riesen Respekt an die Gewinner“, sagte Christian Hindennach.

So waren sich dann auch alle Beteiligten schnell einig, dass wir die Digital Imagination Challenge in Deutschland weiterleben lassen möchten.

Fotos: Andi Weiland, Gesellschaftsbilder.de

Ab ins Bootcamp!

Die Digital Imagination Challenge, im Oktober gestartet, erreicht die heiße Phase: Bis zum „Final Pitch“ am 15. Februar, bei dem die Finalisten ihre Projekte zur Digitalen Inklusion der Jury vorstellen dürfen, sind es nur noch wenige Wochen. Diese fünf haben es in die engere Auswahl geschafft:

  • Born Accessible Content Checker (BACC), ein Prüfwerkzeug zum einfachen und automatisierten Testen der Barrierefreiheit von E-Publikationen.
  • Frazier, eine SAAS-Lösung zur schnellen und kostengünstigen Produktion von Audiodeskriptionen, also akustischen Bildbeschreibungen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen.
  • GazeTheWeb, ein funktionsreicher Web Browser, der komplett auf Augensteuerung setzt um Menschen mit motorischen Einschränkungen die Interaktion mit der digitalen Welt zu ermöglichen.
  • LAYA – Learn as you are, eine E-Learning-Plattform, die auf den 3 Ebenen Frontend, Content und Autorentool barrierefrei ist.
  • Signers Mask, eine App, die Gesichter in einem Video so verfremden kann, dass Personen nicht mehr erkannt werden können. Mit dieser Funktion können gehörlose Menschen Videos in Gebärdensprache anonym ins Internet stellen.

Am 11. und 12. Januar fand das Digital Imagination Challenge Bootcamp statt, der Kickoff für das Support Programm. Das Support Programm ist ein wichtiger Bestandteil des Innovationswettbewerbs: Uns war es wichtig, nicht nur die Gewinner finanziell zu unterstützen und auszuloben, sondern alle Finalisten fachlich optimal auf den Final Pitch Day vorzubereiten. Durch das Mentoring und Coaching von Experten verhelfen wir vielen tollen Ideen zum Start, die die digitale Welt für alle zugänglich machen.

In den Räumlichkeiten der Mozilla Foundation in Berlin durften die Projektpartner Unitymedia, Sozialhelden und Impact Hub Berlin zwei vollgepackte Tage mit den Teilnehmern verbringen und waren beeindruckt von der Stimmung und dem regen Austausch untereinander. Los ging‘s zunächst mit einem Kennenlernen und Teambuilding. Natürlich alles inklusiv, das heißt: Zwei Gebärdendolmetscher übersetzten das Ganze. Von Anfang an „befeuerten“ sich die Teilnehmer gegenseitig, anstatt sich als Konkurrenten zu sehen: Es wurde voneinander gelernt und sich gegenseitig geholfen – eine richtige Community ist entstanden. Weiter ging es mit Mini-Pitches, die auf Video aufgenommen wurden. So kann man besser überprüfen, wie man beim Vortrag rüber kommt. Dann standen Pitchtraining und Storytelling „Wie begeistere ich andere von meinem Projekt“ auf dem Stundenplan. Am Abend des ersten Tages ging es für alle Teilnehmer gemeinsam zum Abendessen ins Restaurant Freischwimmer an der Spree – ein sehr netter Ausklang nach einem anstrengenden Tag. Auch hier gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch.

Auch Tag Zwei war gut gefüllt mit Programmpunkten „von jetzt bis Pitch“. Zum Schluss gab es noch einen Ausblick auf die kommenden Wochen, in denen die Unterstützung durch die Experten per Remote Coaches weitergeht: Jede Woche gibt es einen Gruppen-Call, persönliche Coaching-Sessions sowie Weekly Deliverables. Am Ende soll dann jedes Team seine Pitchpräsentation fertig haben, die in der Generalprobe nochmal ein Finetuning durch den Trainer erhält.

Und dann kommt der große Moment – die Präsentation live vor Jury und Gästen! Es bleibt spannend: Welche drei Projekte werden am Ende die Digital Imagination Challenge Deutschland gewinnen?

Wir werden es euch hier verraten! 😉

Bootcamp zur Digital Imagination Challenge
++ am 11.01.2018 in Berlin (Berlin).
(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Bootcamp zur Digital Imagination Challenge
++ am 11.01.2018 in Berlin (Berlin).
(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Bootcamp zur Digital Imagination Challenge
++ am 11.01.2018 in Berlin (Berlin).
(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Bootcamp zur Digital Imagination Challenge
++ am 11.01.2018 in Berlin (Berlin).
(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Bootcamp zur Digital Imagination Challenge
++ am 11.01.2018 in Berlin (Berlin).
(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Bootcamp zur Digital Imagination Challenge
++ am 11.01.2018 in Berlin (Berlin).
(c) Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de